Als bisher einzige effektive Gegenmaßnahme um sich sich Schwarzkopierern zu stellen gilt die Open-Source-Bewegung. Diese Ansicht wurde von unseren Interviewpartnern geteilt.
Die Open-Source-Bewegung geht historisch gesehen mit der Entwicklung des Hackerethos überein. Der Begriff Open-Source steht steht für quelloffen beziehungsweise Quelloffenheit, was bedeutet, dass der vorliegende Programmquelltext sowohl für die Verbreitung, als auch für die Weiterverarbeitung frei zu Verfügung stehen muss. Lizenzinhaber von quelloffenen Programmen ist die Open Source Initiative (OSI), welche im Februar 1998 von Eric Steven Raymond und Bruce Perens gegründet wurde. Die OSI ging aus der Idee hervor, den zu diesem Zeitpunkt markttechnisch nicht mehr verwertbaren Quelltext des Internetbrowsers „Netscape Navigator“ zur Weiterentwicklung freizugeben. Aus der Arbeit an diesem Quelltext enstand mit dem Mozilla-Projekt eines der berühmtesten Open-Source-Projekte überhaupt. Der daraus entstandene Webbrowser „Mozilla Firefox“ und die zugehörigen Komponenten beginnen, den „Internet Explorer“ in seiner Monopolstellung vom Markt zu verdrängen, da er einerseits kostenlos erhältlich und andererseits aufgrund seiner kommerziellen Irrelevanz für Protestangriffe in Form von Computerviren uninteressant ist. Ein weiterer wichtiger Erfolg der OSI ist die Vermarktung des „Open Office“, einem Gegenschlag zur bis dahin einzigen massentauglichen Arbeitsplatzplattform „Microsoft Office“. Aus eigener Erfahrung und dem Erfahrungsaustausch mit anderen Nutzern des „Open Office“ steht dieses Programm dem in neuerster Version über 100€ teuren Microsoft Office in nichts nach.
Abschließend ist festzustellen, dass die Informationswirtschaft die „Schuld“ am stetigen wachsen der OSI trägt, was auch aus den von uns geführten Befragungen sehr deutlich hervorgeht. Große Software- und Spieleentwickler haben durch das Beharren auf ihren Lizenzrechten und dem überteuerten Verkauf dieser Lizenzen eine Gegenbewegung provoziert, die auf dem alten Hackerethos „Freie Informationen für Alle“ beruht. Gerade Unternehmen wie Microsoft wird das im Laufe der Jahre in eine immer stärkere wirtschaftliche Bredouille bringen.