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Zusatzmaterial zum Thema Webwarez
>> Dieser Artikel steht im Bezug zu: Zeit der Webwarez

Die Gelegenheitskopierer investierten selten in eigene, bezahlte Websites, um ihrem Tausch- und Verteiltrieb nachzugehen. Sie beschränkten sich auf Anbieter, die Websites gratis zur Verfügung stellten. Diese Angebote richteten sich ursprünglich an die Ersteller kleiner, privater Websites. Die Platzierung von Werbung im Internet war Ende der 90er Jahre noch ein gewinnbringendes Medium für viele Anbieter. Die Anwender wurden oft mit dem dazugehörigen, kostenlosen Email-Adressen gelockt, um mit Werbung versorgt werden zu können. Ihr Angebot wurde jedoch rasch zweckentfremdet. Um genügend Speicherplatz (Webspace) für große Menge an Webwarez auf diesen kostenlosen Sites zu erhalten, erstellten die Gelegenheitskopierer massenhaft Zugangskonten. Dabei wurden oft falsche Anmeldedaten genutzt. Schon bald gab es sogar kleine Programme, "Web Space Faker" genannt, die die mühselige Handarbeit des Erstellens von Zugangskonten mit falschen Angaben abnahmen. Innerhalb von Minuten konnte ein Gelegenheitskopierer somit mehrere Dutzend kostenlose Websites bei den Anbietern registrieren, um Webwarez abzuladen.

Die Ermittler wurden Ende der 90er Jahre langsam aber sicher dazu veranlasst, ihre Kompetenzen auf das Internet auszubreiten. Die Anbieter von kostenlosen Websites wurden von dem legislativen Druck ausgesetzt und somit veranlasst, die Verantwortung für ihre Inhalte zu übernehmen. Anfangs folgte eine Art Katz- und Maus-Spiel zwischen Jäger und Sammler. Die Anbieter reagierten zunächst mit Löschung von Webwarez. Doch die Webwarez-Betreiber registrierten meist sofort darauf, erstellten neue Zugänge und legten bald wieder ihre Dateien ab. Die Fans von Webwarez waren den Speicherplatz-Anbietern zunächst deutlich an der Zahl überlegen. Sie setzten sich unermüdlich für den Erhalt ihrer Sites ein. Die Anbieter mussten als Reaktion darauf automatisierte Verfahren einsetzen, um die Fülle von falschen Anmeldungen auszuschließen. Es wurden Detektoren eingesetzt, die gefälschte Zugangskonten Einträge und Webwarez erkannten und entfernten. Einen unermüdlichen Kampf hatte zu den Zeiten der Anbieter Geocities.com. Die meisten der Webwarez schienen aus diesen Sites zu stammen. Zuletzt konnten den Webwarez-Sites jedoch zugesetzt werden.

Die Webwarez-Szene mussten anderen Alternativen zuwenden musste, um zu ihre Schwarzkopien zu tauschen. Hinzu kam, dass viele Anbieter aufgrund von wirtschaftlichen Faktoren ihren Betrieb einstellen mussten. Das freizügige Vergeben von kostenlosen Websites an willkürliche Benutzer stellte sich bald als keine gewinnbringende Geschäftstrategie mehr heraus. Die Werbeeinnahmen gingen immer weiter zurück, die Kosten für die Bereitstellung waren schließlich zu hoch.

Dieser Beitrag ist vom 02.04.2004, wurde vor der Buch-Veröffentlichung von den Autoren erstellt und in die Printausgabe aus Kapazitätsgründen nicht aufgenommen.


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